Opferberatungsstellen rufen zu Solidarität und Spenden für Betroffene neonazistischer Gewalt in Bitterfeld-Wolfen auf

Vergangene Gegendemo in Halle

11.06.2015 | Erstunterzeichner_innen des Spendenaufrufs sind u.a. die Bundestags-Vizepräsidentinnen Petra Pau (Die LINKE) und Claudia Roth (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) sowie Landtagsabgeordnete von SPD, Linken und Grünen

Seit Jahresbeginn 2015 haben die Mobile Opferberatung Sachsen-Anhalt und die Opferberatungsstelle des Multikulturellen Zentrums 15 politisch rechts motivierte Angriffe in Bitterfeld-Wolfen registriert. Die Betroffenen sind vor allem alternative und linke Jugendliche und junge Erwachsene und das Alternative Kulturwerk (AKW) in Bitterfeld-Wolfen. Zuletzt verhinderten Polizeibeamte in der Nacht vom Samstag (30. Mai 2015) einen erneuten Brandanschlag auf das AKW. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Dessau wurde mittlerweile Haftbefehl gegen zwei Neonazis im Alter von 26 und 30 Jahren erlassen, die in der Nacht vom 30. Mai 2015 mit griffbereiten Molotow-Cocktails und Baseballschläger in unmittelbarer Nähe des AKW Bitterfeld-Wolfen festgenommen wurden. Wenige Wochen zuvor hatten bislang unbekannte Täter bei einem Brandanschlag auf einen Wohnwagen auf dem Gelände des AKW am 17. April 2015 einen Sachschaden von rund 3.600 Euro verursacht. Der Wohnwagen brannte zum Teil aus und ist nicht mehr bewohnbar. Nur durch Zufall hielt sich die Person, die darin lebte und arbeitete, zum Zeitpunkt des Brandanschlags dort nicht auf.

„Seit Monaten gehen Neonazis und Mitglieder verschiedener rechter Gruppierungen aggressiv und gezielt gegen alternative und linke Menschen in Bitterfeld-Wolfen vor“, sagt eine Sprecherin der Mobilen Opferberatung. „Die Betroffenen, darunter auch die Verletzten mehrerer neonazistischer Angriffe auf Wohnungen, brauchen dringend öffentlich sichtbare Zeichen von Solidarität!“

Bei den Angriffen seit Jahresanfang 2015 drangen u.a. vermummte und bewaffnete Neonazis in Wohnungen von linken Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein, ein 16-Jähriger wurde am Bahnhof mit einem Baseballschläger angegriffen, Flüchtlinge wurden bedroht und mit Flaschen beworfen und Anschläge auf Abgeordnetenbüros der LINKEN und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN verübt. Mindestens sieben Menschen wurden bei den Angriffen verletzt. (vgl. u.a. die Chronik der Mobilen Opferberatung, www.mobile-opferberatung)

Damit die Betroffenen mit den Angriffsfolgen nicht alleine gelassen werden und das AKW Bitterfeld-Wolfen als sichtbarer Ort nicht-rechter Kultur auf Dauer abgesichert werden kann, sind politische und materielle Zeichen der Solidarität dringend notwendig. Die Opferberatungsstellen in Sachsen-Anhalt rufen daher mit den Erstunterzeichner_innen des Spendenaufrufs zu einer Spendenaktion für das AKW Bitterfeld-Wolfen und seine Bewohner_innen und Besucher_innen auf.

Für weitere Informationen erreichen Sie Antje Arndt von der Mobilen Opferberatung unter 0170 294 84 13 und Marco Steckel von der Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalttaten unter 0177 628 28 60.

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