Noahs Praktikumsbericht

Praktikant Noah und Karamba - Foto: Privat/Diaby
Praktikant Noah und Karamba - Foto: Privat/Diaby
Praktikant Noah und Karamba - Foto: Privat/Diaby

03.05.2019 | Mein Praktikum bei Karamba:

Einen Monat lang war ich Praktikant im Abgeordnetenbüro von Dr. Karamba Diaby, Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB) für die SPD-Bundestagsfraktion. Obwohl es nicht mein erstes Praktikum war, trieben mich zu Beginn viele Fragen um: Wie ist die Rolle des Abgeordneten im „System Bundestag“? Oder was genau macht ein Praktikant, wenn er mit dem MdB im Wahlkreis unterwegs ist?

Im Studium der Politikwissenschaft und Geschichte denkt man oftmals, dass man sich oft und viel mit Politik und damit auch mit der Arbeit von Politikerinnen und Politikern auseinandersetzt. Das stimmt leider oft, aber nur auf den ersten Blick. Dieser Irrtum lässt sich durch die (dann doch im Studium erlernte) Dreiteilung des Politik-Begriffs in der englischen Sprache verdeutlichen: Hierbei wird zwischen Polity, Politics und Policy unterschieden.

Von der dritten Seite hört man im Studium, aber auch in den Medien, bis auf wenige prominente Ausnahmen, relativ wenig. Es ist die Policy-Dimension. Sie ist die inhaltliche Dimension der Politik und dreht sich um Gesetze, Verordnungen oder den Haushalt des Bundes. Diese Seite gliedert sich wiederum in verschiedene inhaltliche Teilbereiche wie Verteidigungs-, Arbeitsmarkt- oder eben Bildungspolitik auf.

Wodurch wir wieder bei meiner Zeit bei Karamba und der Frage, was eigentlich ein Mitglied des Bundestages macht, wären. So wie sich die verschiedenen Teilbereiche der Policy-Dimension aufteilen, so teilt sich auf auch die Arbeit im Bundestag auf. Für jeden Teilaspekt der Politik gibt es einen Fachausschuss. Karamba, als Bildungspolitiker, ist unter anderem Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Dort werden Expertinnen und Experten gehört, Maßnahmen erarbeitet und über neue Gesetze und aktuelle Entwicklungen diskutiert und abgestimmt. Als Praktikant in Berlin war es meine Aufgabe, ihn zu den Ausschüssen und zugehörigen Arbeitsgruppen zu begleiten und Termine vorzubereiten. Daneben habe ich bei der Büroorganisation geholfen, mit vielen Menschen telefoniert, Besuchergruppen begleitet und auf Events Fotos gemacht. Besonders spannend für mich waren in Berlin ein Besuch in einer Talkshow und die Veranstaltung zur Begrüßung der IPS-Stipendiatinnen und Stipendiaten (IPS = Internationales Parlaments-Stipendium: https://www.bundestag.de/ips). Doch auch neben der eigentlichen Büroarbeit wurde viel geboten: Als Praktikant hatte ich die Möglichkeit, an Veranstaltungen des SPD-Praktikantenprogramms teilzunehmen und Plenardebatten zu besuchen.

Doch Bundespolitik findet nicht nur in Berlin statt: Die Hälfte der Zeit meines Praktikums absolvierte ich in Karambas Wahlkreis in Halle (Saale). Auch dort habe ich viele spannende Erfahrungen machen dürfen. Auch dort war es meine Aufgabe, neben den klassischen Bürotätigkeiten, Karamba bei seinen Terminen zu begleiten: So waren wir beispielsweise bei einer Bürgersprechstunde im Hallenser Stadtteil Büschdorf. Dort ging es im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern um die Grundrente und die Zukunft des Sozialstaates. Außerdem haben wir noch viele weitere interessante Veranstaltungen besucht, so waren wir auf der MDR-Europakonferenz oder auf einem Event des IWH (Institut für Wirtschaftsforschung Halle) zum Thema des „Produktivitätsrückstandes der ostdeutschen Wirtschaft“.

Insgesamt war mein Praktikum bei Karamba eine sehr schöne, aber auch arbeitsintensive Zeit. Ich habe völlig neue Aspekte der Politik kennengelernt: Das beginnt auf der einen Seite mit der Arbeit im Wahlkreis und endet auf der anderen Seite mit der Diskussion über einen Antrag in einem Ausschuss.

Ich bin sehr froh, diese Erfahrungen gemacht zu haben und möchte mich an dieser Stelle bei Karamba und seinem Team in Halle und Berlin für die spannende Zeit und die sehr herzliche Aufnahme bedanken.