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Meine Plenarrede vom 27.11.2020 zum Thema Luftfilter in Schulen

Sehr verehrte Frau Präsidentin, meine sehr verehrten Damen und Herren,

wir haben in Deutschland 40 000 Schulen mit insgesamt 11 Millionen Schülerinnen und Schülern. Sie dürfen nicht die Verlierer dieser Pandemie sein. Deshalb müssen wir alles daran setzen, dass flächendeckende Schließungen von Schulen verhindert werden. Und ich bin froh darüber, dass die Ministerpräsidentenkonferenz daran auch so festgehalten hat. Fakt ist: Corona verschärft ein Grundproblem und zwar soziale Ungleichheit. Das dürfen wir nicht weiterhin hinnehmen, meine Damen und Herren.

So hat das Homeschooling viele Eltern sowie Schülerinnen und Schüler belastet – ganz besonders die Familien, die einkommensschwach sind und in denen die Kinder teilweise ganz auf sich gestellt waren. Das kann nicht der Weg sein. Der Ausfall von wenigen Wochen hat hier schwerwiegende Auswirkungen für den LernerfolgUnser gemeinsamer Anspruch ist es aber, dass jedes Kind die beste und umfassendste Bildung bekommt, die unter den aktuellen Umständen möglich ist. Jedes Kind muss unter diesen schwierigen Umständen trotzdem die besten Entwicklungsmöglichkeiten bekommen und seine Potenziale entfalten können. Denn Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Bildung, Teilhabe, Förderung und Schutz.

Ich bin Vater eines schulpflichtigen Kindes und ich weiß, dass die beste Wahl der Präsenzunterricht ist. Und erst die zweite Wahl ist eine Kombination aus Präsenz- und Onlineunterricht. Damit wir keinem Kind seine schulische Entwicklung erschweren oder faktisch unmöglich machen, ist der kurzfristige Verzicht auf Präsenzunterricht für uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten keine Lösung. Das Leben ist keine Videokonferenz und das gilt auch für die Bildung.

Das heißt aber nicht, dass wir die Schulen nicht digitalisieren sollten. Wir wollen weiterhin eine digitale Gerechtigkeit in unseren Schulen. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtigdass wir die Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern sowie von Lehrkräften verbessern. Es gibt MINT-Akteure wie das Haus der Kleinen Forscher, die genau solche Angebote haben und die Schulen, Jugendlichen und Lehrkräfte dabei unterstützen können.  Es ist zentral, dass wir weiterhin durch die Umsetzung des MINT-Aktionsplans außerschulische Akteure untereinander und mit Schulen zusammenbringen und gemeinsam ein breites Angebot schaffen, von dem Schulen, Kinder und Lehrkräfte profitieren.  

Und ich bin froh, dass die Koalition auf Druck der SPD auch Folgendes bereits auf den Weg gebracht hat:  

Erstens:

  • Mit dem DigitalPakt Schule unterstützt der Bund die Länder und Gemeinden bei Investitionen in die digitale Bildungsinfrastruktur mit 5 Milliarden Euro. 

Zweitens

  • Diese Summe wird aufgestockt und zwar um weitere 1,5 Milliarden  
  • für die IT-Administration,  
  • für Werkzeuge zur Erstellung von digitalen Inhalten sowie mobile Endgeräte für Schülerinnen und Schüler ebenso wie Lehrkräfte 

Drittens

  • Wir wollen Kompetenzzentren für digitales Unterrichten schaffen.  
  • Sie sollen Schulen vor Ort bei Medienkonzepten und digitalen Schulentwicklungsplänen beraten.  

Mit den Beiträgen der Länder bzw. Schulträger kommen wir auf insgesamt 7 Milliarden Euro. Mein Land Sachsen-​Anhalt erhält zum Beispiel über 137 Mio. Euro, die in die Schulbildungsinfrastruktur und Lehrerfort-​ und Weiterbildung investiert werden. 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

damit können wir die digitale Gerechtigkeit im Schulbereich verwirklichen und zwar für jede und jeden unabhängig von sozialer Herkunft, Geschlecht oder Herkunft der Eltern. DANKE