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Tancredis Praktikumsbericht

Vom 13. bis 24. Mai 2019 habe ich ein Praktikum im MdB-Büro von Dr. Diaby absolviert. Einer der Schwerpunkte in meinem Double-Degree-Studiengang ist Politikwissenschaft und ich habe mich für dieses Praktikum beworben, um die aus den verschiedenen Fächern kommende Theorie in der Praxis
zu beobachten. Eine der ersten Maximen, die ich von Karamba gelernt habe, ist, dass es nicht das perfekte Studium gibt, um Politiker*in oder Abgeordnete(r) zu werden. Man merkt schnell, wie wahr das ist: Jeder kann Politiker bzw. Abgeordneter werden, der einen starken Willen hat, sich mit den aktuellen Herausforderungen der Gesellschaft auseinanderzusetzen. Man braucht auch Hingabe, man muss den Menschen zuhören und die sich ergebenden Herausforderungen mit vollem Einsatz angehen zu können.

Das Leben eines Abgeordneten besteht nicht nur darin, den ganzen Tag im Bundestag zu sitzen und über Gesetze abzustimmen. Das ist ein sehr kleiner Prozentsatz der eigentlichen Tätigkeiten. Ein MdB hat eine große Verpflichtung den Bürger*innen gegenüber und muss ständig in Kontakt mit diesen
bleiben. Ein MdB ist aber gleichzeitig ein normaler Mensch und braucht Unterstützung von seinem Team, um alles – Termine, Kenntnisse über bestimmte Themen, usw. – im Griff zu haben. Meine Hauptaufgabe bestand darin, für eine kurze Zeit Teil des Teams zu werden und ihm bei den
verschiedenen Tätigkeiten zu helfen.

Man lernt sofort vom ersten Vorstellungsgespräch an, dass ein MdB 22 Wochen im Jahre in Berlin ist, während die übrige Zeit im Wahlkreis verbracht wird. In meiner ersten Woche fanden Sitzungen in Berlin statt, deswegen habe ich im Berliner Büro gearbeitet; die zweite Woche habe ich im Wahlkreis verbracht. Die beiden Erlebnisse waren sehr unterschiedlich und beide auf ihre Weise sehr interessant. In beiden Fällen war das Arbeitsumfeld professionell und gleichzeitig sehr informell und freundlich, da alle im Büro – auch Karamba – geduzt und mit Vornamen angesprochen werden.

Meine Woche in Berlin

Die Hauptstadt, insbesondere das Regierungsviertel, bietet eine geschäftige und anregende Atmosphäre und alle Termine und Veranstaltungen finden in den durch Untergrundpassagen verbundenen, enormen und modernen Gebäuden statt. Als Praktikant hatte ich meinen Tisch mit Computer im Büro und dort habe ich Recherchen durchgeführt oder Termine für Karamba per E-Mail vereinbart, wenn ich ihn nicht selbst zu Terminen und Veranstaltungen begleitet habe, oder an für Praktikant*innen von der SPD-Fraktion organisierten Terminen teilgenommen habe.

Die Arbeitswoche fängt normalerweise mit dem Bürogespräch an, wo sich alle Mitarbeiter auf den neuesten Stand bringen und der Wochenplan bekannt gegeben wird. Der Plan kann sich während der Woche verändern, da Termine oft verschoben oder abgesagt werden. Die Sitzungen finden nicht nur im Plenum statt, viel wichtiger sind diejenigen in Arbeitsgruppen (AG), Ausschüssen und Unterausschüssen, in denen der MdB tätig ist. Ich hatte die Möglichkeit, an diesen Sitzungen als Besucher teilzunehmen und ihre Arbeitsweise zu beobachten – oft wurde mir die Tagesordnung vor dem Termin gegeben, sodass ich der Sitzung besser folgen konnte.

Es gibt nicht nur mit der legislativen Arbeit verbundene Termine, sondern auch Treffen mit Bürger*innen oder Besuchergruppen (z.B. Schüler*innen, FSJ-Teilnehmer*innen, usw.). Bei diesen Terminen habe ich oft Notizen gemacht oder sonstige Aufgaben erledigt, die in der Büroorganisation anfallen.

Meine Woche in Halle

Die Arbeitsatmosphäre in Halle ist auf den ersten Blick viel ruhiger und entspannter, aber die Veranstaltungen bieten vielfältige und interessante Anregungen, die das Wahlkreis-Erlebnis zu einer besonderen Erfahrung machen. Man ist mit vielen Leuten in Kontakt, sowohl Kolleg*innen als auch
Bürger*innen, die jeden Tag das Büro aufsuchen. Auch in Halle wird das Bürogespräch anfangs der Woche durchgeführt und die vereinbarten Termine finden entweder im Wahlkreis- und Bürgerbüro oder unterwegs in Halle und Umgebung statt. In einer Woche habe ich an verschiedenen Bürgergesprächen teilgenommen, bei denen ich oft Notizen gemacht und nachher Berichte angefertigt habe. Außerdem habe ich an Abgeordneten-Besuchen an Schulen, Vereinen oder Instituten teilgenommen. Während einer Veranstaltung in der Silberhöhe hatte ich die Möglichkeit, den SPD-MdEP Arne Lietz, seine Arbeit im EP und seine Ideen für Europa, Deutschland und Sachsen-Anhalt kennenzulernen. Es war besonders interessant, auch eine europäische Perspektive in der südlichen Peripherie von Halle zu haben, die quasi eine Bestätigung ist, dass die europäischen Institutionen näher zur Bevölkerung und zum “normalen Menschen” sind, als man erwarten könnte.

Fazit

Ich bin Karamba und seinem Team sehr dankbar, dass ich diese Möglichkeit hatte. Alle Mitarbeiter*innen waren sehr nett zu mir und waren immer bereit, alle meine Zweifel und Fragen zu klären und zu beantworten. Auch wenn die Praktikumserfahrung kurz war, hatte sie für mich einen unschätzbaren Wert und mein Studium und meine Kenntnisse über praktische Politik wurden dadurch erheblich bereichert.